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«Weltrekord» im Hafen von Engter, Aufbau einer Asphaltmischanlage
31. März 2010

Die Autobahn A1 in Norddeutschland wird bis zum Sommer dieses Jahres zwischen Bramsche und Osnabrück-Nord auf einer Länge von sechs Kilometern verbreitert. Auftragnehmer ist die Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Papenburg. Den Asphalt sollte eine eigene mobile Anlage mit Paralleltrommel liefern. Doch es kam anders.

 

120 000 t Asphalt wurden im letzten Jahr allein für den Auftrag auf der A1 benötigt. Auf dieser Baustelle wurde rund um die Uhr gebaut: Asphalt musste ständig, in grossen Mengen und in gleich bleibender Qualität hergestellt werden. Zur Verbreiterung der nachfolgenden Abschnitte der A1 werden von Bunte bis zum Juni 2010 noch einmal 130 000 t benötigt. Weitere Baumassnahmen auf der A1 werden folgen. Diese Rahmenbedingungen liessen bei Bunte im Frühjahr 2009 den Entschluss reifen, das mittlerweile vierte Ammann Mischwerk zu errichten. Gesagt – getan, möchte man meinen. Doch der erste Asphalt, so war es geplant, musste bereits Mitte September produziert werden. Ein scheinbar unmöglicher Zeitplan!


Konsequente Umsetzung der Planung

Der Standort war schnell ausgemacht: gerade mal drei Kilometer von der A1 entfernt, direkt am Mittellandkanal bei Engter. Im Frühjahr glich das Gelände mit seinen Erdwällen und Kuhlen eher einem Abenteuerspielplatz, diente es doch als Boden-Zwischenlagerungsdeponie. Anfang April gab es die ersten Gespräche zwischen Bunte und Ammann. Einen Monat später entwickelte man das Konzept so weit, dass es Ende Mai unterschriftsreif war. Anfang Juni wurde der Auftrag dann erteilt und das Projektteam nahm die Planungsarbeit auf. Doch es galt, nicht «nur eine Anlage» zu errichten, sondern aus dem Gelände einen modernen Mischanlagenstandort zu schaffen. Bunte war mit den bauseitigen Aufgaben immer im Zeitplan, so dass am 31. Juli mit der Montage der Asphalt-Mischanlage begonnen werden konnte. Das Projektteam unter Federführung des Projektleiters traf sich einmal in der Woche, überprüfte konsequent die Erfüllung der Arbeitspläne und stellte angepasste auf – das war der Schlüssel zum Erfolg. Anfang September folgten Abnahme und Inbetriebnahme, seit Mitte September 2009 läuft die Asphalt- Mischanlage im Vollbetrieb.

 

Flexible Anlage mit ihren Raffinessen

Stolze 38 Meter ist die Asphalt-Mischanlage vom Typ Universal NG (Next Generation) hoch, und 200 000 t Asphalt soll sie im Jahr produzieren. Herausragendes Merkmal ist das neue Konzept für die Behandlung des RA (reclaimed asphalt). 240 t Asphaltgranulat können pro Stunde erwärmt werden. Man spricht hier nicht von einer Paralleltrommel, sondern von einer Prozessgas-Trocknungs- und Erhitzungseinheit, die im Gegenstromprinzip funktioniert. Das Material hat keinen Kontakt mit der Flamme und wird somit schonend erwärmt. In Engter arbeitet nun die zweite Einrichtung dieser Art, die es erlaubt, Tragschichten aus 100% Asphaltgranulat zu produzieren. Alle Gesteinskörnungen kommen per Schiff, werden von dort per Kran in ein Silo geladen und danach per Band direkt in die Boxen befördert. Per Lkw werden dann nur noch die anderen Zuschlagstoffe und die Betriebsstoffe angeliefert, wie beispielsweise Braunkohlenstaub (BKS). Dieser wird übrigens in zwei Silos bevorratet, denn beide Brenner können sowohl mit BKS als auch mit Heizöl-El betrieben werden. Da will man immer das Kostengünstigere in ausreichender Menge vorrätig haben.

 

Unerreichte Schnelligkeit

Im Stützgerüst der Einheit für das Asphaltgranulat wurde ein Werkstattcontainer integriert. Beides erleichtert die Service- und Reparaturarbeiten enorm. Alle Doseure sind mit parallel verlaufenden Wartungsaufstiegen gut zugänglich. Die geeichten Fahrzeugwaagen wurden unter dem Mischturm platziert, um den Abholverkehr schnell abfertigen zu können. Die Wege von Abholer- und Zulieferverkehr wurden strikt voneinander getrennt. «Mischwerke zu bauen, das ist für uns nichts Ungewöhnliches mehr», resümierte Helmut Renze, technischer Geschäftsführer der Bunte- Gruppe, den Aufbau. «Die Schnelligkeit bei der Errichtung dieser Anlage kann man aber gar nicht genug deutlich machen.» Am liebsten benutzt Renze in diesem Zusammenhang das Wort «Weltrekord». Die in der Kürze der Zeit hier geschaffenen 15 neuen Arbeitsplätze haben und werden weitere in der Gruppe sichern. Denn es hat sich bewährt, sich als Bauunternehmen, das Bunte ja in erster Linie ist, mit Mischgut aus eigener Produktion zu versorgen. «Es macht besonders schlagkräftig, alles aus einer Hand anbieten zu können», so Renze.